Elternarbeit

Nicht nur, weil wir vom Gesetz her dazu verpflichtet sind (SGB VIII § 37), sondern viel mehr, weil es für unsere Kinder und Jugendlichen elementar wichtig ist, arbeiten wir intensiv mit den Sorgeberechtigten und je nach Hilfelage auch mit anderen Familienmitgliedern zusammen.

Elternarbeit ist ein ausgesprochen sensibler Bereich, da es in der Vorgeschichte immer bereits viele Enttäuschungen, Verletzungen, Versagensängste, Schuldzuweisungen etc. gegeben hat.

 

Aus diesem Grunde verläuft Elternarbeit nach unserem Verständnis immer in drei wichtigen Phasen:

Die erste Phase ist zweifelsohne die schwierigste, da die Eltern immer in einem, durch verschiedene Faktoren (Scham, Schuld, Versagensgefühl, Misstrauen, Neid, u.a.) verursachten gespaltenen Verhältnis zu unserer ARCHE stehen. Um die Eltern zu gewinnen ist es notwendig, auf ihre Gefühle und Bedürfnisse einzugehen, Vertrauen zu bilden, Wertschätzung und Verständnis zu vermitteln und sie, möglichst zeitig, in das Hilfesetting zu integrieren.

Um dies zu unterstützen erfolgt unmittelbar nach der Aufnahme die Einladung zu einem vertrauensvollen persönlichen Gespräch. Hierbei besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Punkte zur Anamnese des Kindes oder Jugendlichen zu besprechen.

 

In der Phase der gemeinsamen Arbeit mit den Eltern ist es wichtig, die unterschiedlichen Beziehungssysteme in denen sich das Kind gerade befindet, kennen zu lernen und zu berücksichtigen. Dabei stehen wir diesen Beziehungen möglichst neutral gegenüber, wobei natürlich Nutzen oder Schaden miteinander abgewogen werden muss. Ziel ist es, den Kindern zu helfen, ihre eigenen Meinungen und Werturteile zu bilden und sie nicht durch Meinungen unsererseits zusätzlich zu verunsichern. Ein möglichst wertfreies, neutrales Herangehen verhindert innere Konflikte und hilft dem Kind am besten.

Neben dem Patenerzieher sollten auch andere Erzieher relativ häufig Kontakt zu den Eltern aufnehmen. Um dies zu gewährleisten haben wir eine Vielzahl von fest verankerten Kontaktpunkten in unserer Arbeit installiert, die es an die Eltern heranzutragen gilt: Hausbesuche, gemeinsame Arztbesuche des Kindes oder gemeinsame Teilnahme an Elternsprechtagen in der Schule, gemeinsame Vermittlung in Therapien, Elternbriefe bei besonderen Anlässen, Familienrunden bei besonders schwierigen Familienkonstellationen in der Herkunftsfamilie, Elternsprechtage,  Einladungen zu besonderen Höhepunkten in der ARCHE (Sommerfest, Weihnachtsspiel), regelmäßige telefonische Absprachen, bei Bedarf Arbeit mit Systemischen Beratungsmethoden.

 

Wenn eine Rückführung ins Elternhaus möglich ist, sollte auch die dritte Phase, das Abgeben des Kindes an die Eltern, sehr ernst genommen und gewissenhaft gestaltet werden. Der Kontakt zum Elternhaus muss ab diesem Zeitpunkt noch intensiver und enger werden. Die Eltern müssen strukturell und inhaltlich auf die Rückkehr ihres Kindes vorbereitet werden. Hierbei sollten möglichst alle, zu der Familie gehörenden Mitglieder einbezogen werden.

Feste methodische Bestandteile in dieser Phase sind zum einen das Führen eines intensiven Perspektivgespräches in dem inhaltlich die Ängste über das Zukünftige benannt werden und Ratschläge und Hinweise aus der Sicht der ARCHE gegeben werden,

zum Anderen wird ein abschließender Elternbesuch durchgeführt, an dem möglichst alle Familienmitglieder teilnehmen sollten, um eventuelle Bedenken und/oder Erwartungen zur Rückkehr aussprechen zu können.

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